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Susanne Zander

Fortgeschrittener

  • »Susanne Zander« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 225

Wohnort: S Z - LV Nds

Beruf: Altdeutsche Gelbbacke

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1

Sonntag, 21. November 2010, 07:38

Begegnungen mit Schafherden

Hallo,

in den letzten Wochen gab es wieder einen sehr unschönen Zwischenfall mit einem Hundehalter, der seinen Hund einfach an einer weidenden Schafherde frei laufen ließ. Als die Schäferin den Halter zum Zurückrufen seines in der Zwischenzeit mit der Herde "spielenden" Hundes aufforderte und ihr Hütehund sie dabei unterstützen wollte, wurde der fremde Hundehalter vom Hütehund gebissen. Autsch!

Es gibt viele weitere unschöne Geschichten über Begegnungen zwischen Schäfern und Passanten. Wer hat schon gelernt oder sich Gedanken darüber gemacht, dass man sich an einer Schafherde rücksichtsvoll zu verhalten hat? Da wird beim Vorbeifahren mit dem Auto zügig Gas gegeben und -upps- liegt der Hütehund, der Platz machen wollte für das Fahrzeug, schon unter demselben. Der Fahrer bedauert sehr, aber wer konnte denn ahnen, dass der Hund nicht auf der anderen Seite bleibt? Ahnen können das nur die Menschen, die sich ein wenig mit der Schäferei auskennen und mit dem Hüteverhalten von Hunden an größeren Herden.

Auch die Menschen, die mit freilafenden oder auch angeleinten Hunden direkt an der Herde ohne Abstand mal ein wenig zuschauen wollen oder quer durch die Herde laufen, meinen es nicht böse und sind echt überrascht, dass die den Schäfer begleitenden Hütehunde diese unmittelbare Begegnung überhaupt nicht spaßig finden.

Martina, das AAH-Mitglied, das mir den Artikel über den o.g. Vorfall zuschickte, engagiert sich nun in ihrer Region verstärkt dafür, den wenigen Schäfern, die es noch gibt, mehr Freiraum dadurch zu schaffen, dass sie für Rücksichtnahme wirbt, um Schäfern und Hunden ein ungestörtes Arbeiten zu ermöglichen.

Dem kann ich mich nur anschließen. Kein Grund, nun "missionieren" zu gehen, aber wenn man Gedankenlosigkeiten oder gar Rücksichtslosigkeiten anderer beobachtet, ist es für den Erhalt des Berufsstandes und damit auch unserer Hunde hilfreich, freundlich auf die Menschen zuzugehen.

Den ein oder anderen Zwischenfall kann man damit vielleicht ja doch verhindern.

Herzliche Grüße von Susanne

Martina

Schüler

Beiträge: 91

Wohnort: Leipzig, Sachsen

Beruf: Mitarbeit in einem mittelständischen Unternehmen (Metallbearbeitung); Dipl.Ing.Arch.(FH)

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2

Montag, 29. November 2010, 17:49

RE: Begegnungen mit Schafherden

Hallo Susanne,

schön, dass Du das hier als eigenes Thema aufgenommen hast.
Inzwischen wurde ich mehrfach in meiner Umgebung darauf angesprochen und bekam durchweg positives Echo auf meinen Einspruch in unserer Tageszeitung.

Aber: es wäre schön, wenn sich hier Schäfer zu Wort melden würden und ihre Erwartungen an das richtige Verhalten von Passanten in den wesentlichsten Punkten mitteilen.

Denn: es wissen in der Tat immer weniger Menschen darüber Bescheid, was die Hüteschäfer mit ihren Hunden an den Schafen für eine wichtige Arbeit verrichten. Und dann werden Entscheidungen gefällt, die die Handlungsmöglichkeiten der Hüteschäfer immer mehr einschränken, bis sie überhaupt nicht mehr arbeiten können.

Unserer Schäferei in der Nähe wurden die Flächen an den Deichen zum Hüten entzogen. Die Begründung ist absurd:
weil die Schafe die Grasnarbe zerstören würden.
Wir aber wissen, dass die Tiere die Pflanzen sacht eintrippeln und so mit dem Boden verfestigen, dass das Gras die Deichhänge besser stabilisieren kann. Die Hänge ohne Beweidung weisen recht eintönigen Artenbesatz auf, mit Beweidung finden wir viel mehr Blumen, Kräuter und Gräser. Die Vorkommen der Insekten wiederum werden dadurch artenreicher.

Eine andere Begründung, die Flächen nicht mehr beweiden zu lassen:
das Hüten der Schafe stört die Erholung der in der Stadt lebenden Menschen, da sie nicht ungestört die Wege benutzen können.
Wir aber wissen, dass die meisten Städter entzückt vor unseren Schafen stehen, ihren Duft einsaugen und durch die Ruhe der Herde ihre eigene innere Ruhe finden. Großeltern kommen mit ihren Enkeln vorbei, Mütter oder Väter mit ihren Kleinen und selbst jugendliche "Schnösel" konnte ich beobachten, wie sie begeistert einander SMS sendeten: dort stehen Schafe! Kommt doch vorbei! Schaut doch nur! Es wurde aufgeregt telefoniert und dann kamen die Freunde und schwatzen interessiert neben den Schafen. Wenn dann noch jemand da ist, der etwas Wissenswertes vermitteln kann...

Die oben genannte Meldung, ein Hütehund hätte einen Passanten verletzt könnte so gedeutet werden:
die Hunde der Schäfer sind zu gefährlich und gehören verboten!
Wir aber wissen: Hütehunde und Herdenschutzhunde sind dafür da, die Herde so zu schützen, dass die Schafe keinen Schaden anrichten und ihnen kein Schaden zugefügt wird.
Wenn sich Passanten unangemessen verhalten, rücksichtslos oder gar aggressiv in der Natur unterwegs sind oder aus reiner Unwissenheit sich selbst in Gefahr begeben, dann sind es nicht die Hunde der Schäfer sondern die Menschen, die für sich selbst eine Gefahr darstellen!

Also noch einmal meine Bitte: es wäre schön, wenn sich hier Schäfer zu Wort melden würden und ihre Erwartungen an das richtige Verhalten von Passanten in den wesentlichsten Punkten mitteilen.

Viele Grüße

Martina
[SIZE=7]James Matthew Barrie:[/SIZE]
Glück liegt nicht darin, dass man tut, was man mag, sondern dass man mag, was man tut.

hüterin

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Wohnort: A.Holland - Jakimow

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3

Samstag, 11. Dezember 2010, 20:54

RE: Begegnungen mit Schafherden

Guten Abend,
Begegnungen mit Schafherden
keineswegs kein falsches Thema.
Aufklärung fehlt ,aber allein die vom Schäfer wird lange nicht reichen.
Die Schafbestände gehen jährlich zurück, und die Hüteschäfereien werden auch nicht mehr.
In der heutigen Zeit gibt es immer wieder Menschen die sich gegenüber
Schafherden nicht richtig verhalten, egal ob es drängelnde Autos sind ,wenn die Straße überquert
wird.
Ich denke aber auch das man als Privathalter eines Altdeutschen Hütehundes auch Aufklärungsarbeit leisten kann .
Man kann früher nicht mit heute vergleichen , aber in einigen Sachen wie der Umgang mit Schafherden bzw. der Rezpekt, war damals anders.
Es war normal das in fast jedem Dorf eine Schafherde war.
Die Richtlinien und Verordnungen werden auch nicht einfacher, ob es noch nicht zu spät ist?!
Wer weiß!
Grüße Anne
Achte den Hüter der Herde, wenn du willst, dass die Schafe in Frieden leben. (Sokrates)

ranger

Schüler

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Wohnort: Steffen

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4

Montag, 13. Dezember 2010, 00:07

Heute ist man schon ein Exot wenn man mit Tieren egal welcher art unterwegs bist.Früher war das normal,heute hat keiner mehr zeit oder verständnis u.achtung.Da werden Tiere vermenschlicht oder verhätschelt das es kracht.Die Tiere aber die ihr futter noch verdienen, die sind aber so zu sagen nicht normal :wow::ahja::verdaechtig:

mfg ranger

fistel

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5

Montag, 13. Dezember 2010, 16:18

Huhu Susanne,
ich kann mit deiner Beschreibung des Vorfalles nur wenig anfangen - bitte konkretisier doch mal:
Hat der Hütehund den fremden Hundehalter direkt gebissen, oder versucht den störenden Hund zu "entfernen" und wurde evtl. bei einem Eingreifen des Hundehalters in diese Auseinandersetzung die Verletzung verursacht?

Ersteres würde in meinen Augen garnicht gehen - Hütehunde dürfen keine Gefahr für Passanten darstellen. Zumindest solange diese nicht direkt eine Gefährdung des Schäfers verursachen.
Wenn aber ein frei laufender Hund mit dem an der Herde arbeitenden (und somit auch unangeleinten) Hund "in Konflikt gerät", also sich zwei frei laufende Hunde aggressiv auseinandersetzen, dürfte dabei kein einseitiges Verschulden vorliegen. Die daraus resultierenden Schäden werden von den Versicherungen in so einem Fall 50-50 übernommen.
Das fände ich im übrigen auch die angemessene Antwort auf so asoziales Verhalten anderer Hundehalter: Tiger schicken, Retriever vermöbeln lassen und den Rest der Versicherung übergeben. Wofür hat man schließlich AHs?! Es muss abr sehr darauf geachtet werden, dass der Halter nix abbekommt - es sei denn durch selbstverschuldetes Eingreifen in eine hundliche Auseinandersetzung - aber da ist er ja dann auch wieder zu mindestens 50% selbst verantwortlich... soweit ich das weiß.

Und dann gibt e ja noch den Langzeitaspekt bei einem solchen Vorgehen. Der vermöbelte Retriever (oder wasauchimmer) wird mit hoher Wahrscheinlichkeit künftig die Herde meiden, sein Halter auch (immerhin sehen das "die Privaten" mit Verletzungen ihres Hundes zumeist kritischer als die Schäfer) und wenn das erst einmal bei zwei, drei Hunden der Region vorgefallen ist, meiden sicher auch bald bisher ungeschoren davongekommene Hunde die Herde (Hundehalter tauschen sich eben gerne aus).
Ich bin der festen Überzeugung, dass ein Erleben (der Konsequenzen) weit mehr Verhaltensveränderungen beim Gegenüber auslöst, als unzählige Debatten.

:prost:
daniel
Wer Rächtschreipfeler ,finden tut oder falschä kommas kan, sie behaltän!

Heidi

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6

Montag, 13. Dezember 2010, 21:46

Zitat

Das fände ich im übrigen auch die angemessene Antwort auf so asoziales Verhalten anderer Hundehalter: Tiger schicken, Retriever vermöbeln lassen und den Rest der Versicherung übergeben.

So einen Tiger, der jeden Hund vermöbelt, der sich der Herde nähert, kannst du hier am Stadtrand heutzutage nicht mehr brauchen, die Labbibesitzer sind in dieser Gegend von berufswegen Rechtsanwälte, Richter oder Staatsanwälte und privat Spaziergänger, die nur mal Schafe angucken wollen.

Zitat

Ich bin der festen Überzeugung, dass ein Erleben (der Konsequenzen) weit mehr Verhaltensveränderungen beim Gegenüber auslöst, als unzählige Debatten.

Meinst du das wirklich? :nene:
Die Herde eines Wanderschäfers in unserer Region mußte in dieser Weidesaison zahlreiche Hundeangriffe erdulden, nun rennen die Schafe bei jedem ungewöhnlichen Geräusch oder Hundegebell erst mal los - ein ruhiges, friedliches Weiden ist nicht mehr.
Abgesehen von den toten Schafen, die sofern der Hundehalter zu ermitteln war, die Versicherung ersetzt, wer bezahlt den zusätzlichen Aufwand für das Bergen eingeklemmter Schafe auf einer Autobahnbrücke, erneutes Koppeln einer entflohenen Herde (auch schon mal öfters mitten in der Nacht), die Rettung mehrerer Schafe aus dem Fluß bei Minusgraden, die Versorgung (Nachhausefahren, Wundversorgung, füttern) der verletzten Schafe?
Zudem meinte der Schäfer, dass er heuer pro Lamm wohl 2 - 3 kg Fleischverlust hinnehmen muss, wegen der vielen nicht kontrollierbaren Hunde.
Wer trägt denn da nun wirklich die Konsequenzen? :wand:
VG Heidi
Ein Hund hat die Seele eines Philosophen
Platon

fistel

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7

Dienstag, 14. Dezember 2010, 17:29

Hallo Heidi,
wir beide werden uns wohl immer missverstehen. Ich red`ja nicht von einem Hund, der alle vermöbelt, sondern eben nur diejenigen, die die Herde unangeleint stressen. Muss ja kein Tiger sein - es sollte sich jeder Hund mit ordentlich Neigung zum Dominieren dafür eignen. Die meisten süddeutschen Schläge (Schwarzer/Tiger,Strobel) eignen sich dafür recht gut sobald sie alt genug sind. Am besten einen jedes Geschlechtes, weil sich Rüden schwerer damit tun Hündinnen zu löchern und anders herum auch.

Auch bei dem was ich mit den Konsequenzen meine hast du mich - glaub ich - missverstanden. Die Konsequenzen trägt momentan - wie von Dir beschrieben - der Schäfer: Fleischverlust, unruhige Herde, etc.
Die negativen Konsequenzen Ihres Verhaltens sollten aber eben die Verursacher tragen - eben jene Hundehalter, die Ihren Hunden Freiräume einräumen ohne die nötige Kontrolle herzustellen. Auf gut deutsch: wer sich nicht benimmt, bekommt eben ein paar Löcher. Das dauert zwar ein wenig, aber wenn`s zuverlässig eintrifft, meiden solche Hundehalter eben die Nähe von Schafherden.
Ob der Schäfer dann Menschen mit erzogenen Hunden an der Herde haben will, oder nicht, ist eine Frage der Feineinstellung. Und rein rechtlich sollte es auch keine Konsequenzen nach sich ziehen, wenn zwei unangeleinte Hunde eine Auseinandersetzung haben.

Also nicht sinnlos um sich beißende Hunde, aber kontrolliert abstrafende Mitarbeiter sind gemeint.

:prost:
Wer Rächtschreipfeler ,finden tut oder falschä kommas kan, sie behaltän!

Maik

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8

Dienstag, 14. Dezember 2010, 19:50

Mit diesen Hundehaltern haben wir Schäfer doch alle zu kämpfen.
Wir haben hier auch solche , die kommen mit 5-8 Hunden die nicht für´n 5er hören. Und die Besitzer freuen noch. Der will nur Spielen der Tut nix.
Der Respekt vor fremden Eigentum ist zum teil gleich Null.

Grüsse Maik
Üb wie du kämpfst!

huetehunde-hf.de

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Maik« (14. Dezember 2010, 19:53)


Heidi

Fortgeschrittener

Beiträge: 391

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Beruf: Altdeutscher Fuchs und Süddeutsche Schwarze

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9

Freitag, 17. Dezember 2010, 18:58

Hallo Daniel,
eigentlich möchte ich dir ausnahmsweise mal in allem Geschriebenen zustimmen. :D
In der Realität sieht´s halt so aus, nach einigen Tagen hat es sich unter Hundehaltern `rumgesprochen, dass der Schäfer da ist und viele meiden nach ein paar Übergriffen "ihre Hundewiesen". Kommt der Schäfer einige Wochen später wieder, rennen diesselben Hunde wieder in die Herde und deren Besitzer meinen ganz vorwurfsvoll, sie wußten ja nicht, dass die Schafe wieder da sind.
Ein Hund, der die Schafe "beschützt", ist, in stark von Spaziergängern mit Hunden frequentierten Gegenden, nicht unproblematisch.
Die Versicherung des Schäfers musste schon gelegentlich bezahlen, weil einer seiner Hunde den Schutz der Herde sehr genau genommen hat. Es trifft halt leider nicht zu, dass wenn beide frei laufen, jeder seinen eigenen Schaden nach einer Beißerei bezahlt, es wurden, da der fremde Hund in die Herde gelaufen ist, nur ein Teil der TA-Kosten übernommen.
Betty toleriert bei der Arbeit keine anderen Hunde, neulich fragte allen Ernstes eine Galgo-Besitzerin: "Will Ihr Hund mit meinem spielen?", während Betty den Hund schon drohend fixiert und nur darauf wartet, dass er "ihre" Furche übertritt. :denk:

"der will doch nur spielen", meinte vor kurzem auch ein Bullterrier-Besitzer, der gelassen beobachtete, wie wir versuchten seinen Hund aus der Herde zu vertreiben und man mag´s nicht glauben, kurz darauf rennt derselbe Hund wieder in die Herde. Dass die Schafe nach der Hatz erschöpft sind, eine längere Pause brauchen, der Schäfer und die Helfer deshalb später ankommen/heimkommen interessiert nicht.
VG Heidi
Ein Hund hat die Seele eines Philosophen
Platon