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Kyra

Anfänger

  • »Kyra« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 8

Wohnort: Lisa

Beruf: Andere Rasse

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1

Donnerstag, 28. Februar 2013, 11:46

Hüten ohne eigene Schafe?

Hallo liebe Forengemeinde,

lange habe ich mich nicht mehr gemeldet. Nun kreist seit einer Weile das Interesse am Hüten in meinem Kopf herum.
Unser Sheltie hat laut Vorgeschichte Hüteerfahrung sammeln dürfen. Allerdings habe ich mich nie mit dem Thema beschäftigt.
Nun sind einige Fragen aufgekommen und ich würde sie gerne an Leute stellen, die aktiv damit zu tun haben, was hier ja der Fall ist.
Auch wenn ich keinen AAH habe, so hoffe ich doch auf einige Antworten.

Gibt es die "Sportart" Hüten?
Ist es machbar, auch ohne eigene Schafe mit dem Hund hüten zu gehen?
Wenn ja, wo informiert man sich am Besten darüber, gibt es Seminare die man besuchen kann?

Vielen Dank schonmal für die Antworten.

Es fasziniert mich unheimlich wie die Hunde an den Schafen arbeiten und ich finde es ist das was man mit einem Hütehund , der das möchte, machen sollte. Ich selbst bin begeistert von selbst arbeitenden Hunden, daher ist unser Hauptzeitvertreib das Mantrailing.

LG
Lisa
Das der Hund mir das Liebste sei, sagst du oh Mensch sei Sünde, der Hund bleibt mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.
Franz von Assisi

Heidi

Fortgeschrittener

Beiträge: 391

Wohnort: Nürnberg

Beruf: Altdeutscher Fuchs und Süddeutsche Schwarze

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2

Donnerstag, 28. Februar 2013, 18:47

Hallo Lisa,
Schafe sind sehr ruhige und entspannende Lebewesen, ihr Lebenssinn erfüllt sich mit fressen, wiederkauen und Lämmer aufziehen. Sie sind hütbar, weil sie Respekt und teilweise auch Angst vor Hunden haben.
Der Gedanke meine Schafe zur Bespaßung eines Hundes herum scheuchen zu lassen ist mir zuwider und m.E. tierschutzrelevant.
Das Angebot im Hundesport ist so vielfältig, daß sicher für jeden Hund eine Aufgabe zur geistigen Beschäftigung und körperlichen Auslastung gefunden werden kann, es muß wirklich nicht Spaß auf Kosten einer anderen Tierart sein.
Eine sehr gute Möglichkeit einen Hütehund ohne Schafe auszulasten ist Rettungshundearbeit oder Mantrailing, dabei ist selbständiges Arbeiten gefordert, was manchen Hütehundrassen sozusagen "im Blut liegt".

Zitat

Es fasziniert mich unheimlich wie die Hunde an den Schafen arbeiten und ich finde es ist das was man mit einem Hütehund , der das möchte, machen sollte.

Ein Hütehund, der nie an Schafen gearbeitet hat, weiß nicht, daß ihm etwas fehlt. Seine evtl gezeigten "Hütetriebe" kannst du kontrolliert auch anders ausleben lassen (s.o.).
Mir stellt sich auch die Frage, ob dein Sheltie noch wirklich zum Hütehund geeignet wäre, Eigenschaften auf die bei der Zucht nicht selektiert wird, gehen zum Teil verloren. Shelties werden schon sehr lange auf Schönheit gezüchtet.
Wenn du nicht ernsthaft vor hast, dir eigene Schafe anzuschaffen, lass es bleiben, da Schafe auch gelegentlich den Hütehund angreifen. Das könnte deinem Hund schlimmstenfalls das Leben kosten.
Genieße lieber weiterhin die Faszination einer weidenden Herde mit arbeitenden Hunden.
VG Heidi
Ein Hund hat die Seele eines Philosophen
Platon

füchse

Schüler

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Beruf: Schafpudel

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3

Donnerstag, 28. Februar 2013, 19:03

Ich unterschreibe bei Heidi!
Schafe hüten sollte nicht als Sport betrieben werden!
LG Margot

Lukas99

Anfänger

Beiträge: 18

Beruf: Altdeutscher Fuchs

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4

Donnerstag, 28. Februar 2013, 19:58

RE: Hüten ohne eigene Schafe?

Es gibt schon bei Schäfern unterschiedliche Meinungen, ob Altdeutsche Hütehunde bei Privathaltern überhaupt allein nur für die Zuchttauglichkeitsprüfung an einer Herde vorbereitet werden sollten.
Die Vorbereitung für eine ZTP erfolgt dann aber auch nur mit dem Ziel, die Hüteveranlagung etc. im Zuge der Zuchtzielverfolgung zu prüfen. Das ist eine einmalige Angelegenheit. Mehr nicht.
Das Hüten als "Sport", z. B. am Wochenende, ist, wie schon in den anderen Beiträgen genannt, mit Sicherheit tierschutzrechtlich fragwürdig und aus meiner Sicht abzulehnen.
Wie will man beispielsweise den beim Hüten erforderlichen Griff ohne Verletzung eines Tieres "trainieren"? Entweder, der Hund hat diese Veranlagung durch entsprechende Zuchtauswahl (siehe ZTP), oder nicht. Ich würde mir auch nicht "die Wade blutig beißen lassen wollen", bis der Hund verstanden hat, daß er nicht so stark "zubeißen" soll (Anmerkung: Greifen ist nicht Beißen!). Ich könnte zum Chirurgen gehen, für das Schaf bliebe dann nur der Schlachter.

Neben dem genannten Mantrailing, oder auch Agility, gibt es noch das Körpersprachentraining. Da könnte man seinen Hund auf Sichtzeichen trainieren, was dem Hüten (siehe Zeichen der Schäfer mit der Schippe) ähnlich sein sollte. Vielleicht wäre das eher etwas.

Altdeutsche Hütehunde (bei der AAH) werden jedenfalls auf Hüteveranlagung gezüchtet und nicht auf das äußere Erscheinungsbild. Deswegen gibt es ja auch keinen Rasse-Standard im klassischen Sinne. Da ist dann für die Schafe eine ZTP inkl. Vorbereitung "unblutig", und nur eine Einzelveranstaltung im Jahr.

Kyra

Anfänger

  • »Kyra« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 8

Wohnort: Lisa

Beruf: Andere Rasse

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5

Freitag, 1. März 2013, 09:38

Erstmal vielen Dank für eure ehrlichen Antworten!

Sowas hatte ich mir erhofft und kann es auch nachvollziehen!

Zitat

Ich selbst bin begeistert von selbst arbeitenden Hunden, daher ist unser Hauptzeitvertreib das Mantrailing.


Mantrailing machen wir bereits seit 3 Jahren erfolgreich :prost:
Es gibt keinen schöneren Hundesport für uns!

Da mir nicht bewusst ist, wie so ein Hütehund hütet, war mir natürlich auch nicht bewusst, dass die Schafe davon Schaden nehmen können! Was natürlich überhaupt nicht in meinem Interesse ist! Daher informiert man sich ja zuvor!
Meiner laienhaften Annahme nach, bin ich davon ausgegangen, dass die Schafe das gewöhnt sein werden. Aber man lernt ja nie aus!

LG
Lisa
Das der Hund mir das Liebste sei, sagst du oh Mensch sei Sünde, der Hund bleibt mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.
Franz von Assisi

6

Freitag, 1. März 2013, 21:27

Zitat

Da mir nicht bewusst ist, wie so ein Hütehund hütet, war mir natürlich auch nicht bewusst, dass die Schafe davon Schaden nehmen können!


Deswegen bietet die AAH ja auch dieses Forum an, damit Interessierte sich im Austausch mit AH-Haltern und -Kennern informieren können. Altdeutsche sind halt noch klassische Gebrauchshunde, deren Wesensart man im Gesamtkontext betrachten muß. Dazu gehören dann auch Schäfer, Schafe und das Hüten. Auch wenn man als Privathalter nicht direkt damit zu tun hat, hilft es zumindest sehr, sich hier ein bißchen zu informieren. Dann wird das Gesamtbild rund, und man versteht, warum "Sport-Hüten" eher ablehnend gesehen wird und jeder Schäfer dankbar ist, wenn beim Hüten die "Spaziergänger-Hunde" nicht gleich in die Herde stechen.