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walachin

Schüler

Beiträge: 148

Wohnort: Christel Simantke

Beruf: Altdeutscher Fuchs

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21

Donnerstag, 6. Januar 2011, 23:03

MArkus, das glaube ich auch, dass ihr mit Eurer Hündin wirklich "einen guten Griff" gemacht habt. Passt alles gut zusammen, hoffentlich bleibt es so!
Grüße
Christel

Tina

Schüler

Beiträge: 171

Wohnort: Berlin

Beruf: Altdeutscher Fuchs

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22

Freitag, 7. Januar 2011, 09:39

Also Marco,
was ich dir nur sagen kann, dazu ist, das du dir die Mutterhündin ganz genau angucken musst und die sollte dir schon gefallen. Weil die ja die meiste Zeit mit den Welpen verbring und die sie auch mit prägt.
LG Tina

Susanne Zander

Fortgeschrittener

Beiträge: 224

Wohnort: S Z - LV Nds

Beruf: Altdeutsche Gelbbacke

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23

Freitag, 7. Januar 2011, 12:26

aber - kann man eigentlich auch zu früh anfangen, die Welpen diversen Umweltreizen auszusetzen?

Zu dieser Frage von mir ein klares ja!

Gerade bei den Altdeutschen halte ich nix davon, sie so früh überall mit hinzuschleppen: Welpenstunde, Abenteuerparcours, Stadtgänge - natürlich sollen die Hunde Neues erfahren können, um sicher zu werden. Abwechslung ist klasse, aber alles in Maßen und nicht zu viel.

Mir ist es wichtig, dass der Hund vor allem früh lernt, sich kurz zu kontrollieren. Er soll erst einmal nach mir schauen, seine Aktionen vor dem Reagieren durch Blickkontakt kurz mit mir abstimmen. Das geht aber nicht, wenn ständig Trubel drum rum veranstaltet wird und er als Hütehund das Gefühl hat, überall gleichzeitig sein zu müssen, um auf jeden Außenreiz schnell zu reagieren - wie es an der Herde ja nun mal oft nötig ist.

Darum ist meine Devise: Kopf des Hundes freihalten für das Wesentliche und nicht alles auf einmal. Ist die Grundsicherheit und das Vertrauen zu mir erst einmal da, dann ist er auch später noch bereit, sich jederzeit auf Neues einzulassen, bleibt vor allem dann dabei aber auch lenkbar.

Herzlichen Gruß von Susanne

Heidi

Fortgeschrittener

Beiträge: 391

Wohnort: Nürnberg

Beruf: Altdeutscher Fuchs und Süddeutsche Schwarze

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24

Freitag, 7. Januar 2011, 19:42

@ Christel
zu deiner Frage:

Zitat

Heidi, damit meinst Du aber nicht, daß die Welpen bis zu 16 Wochen in ihrer Höhle (Zwinger / Wohnung / SCheune etc.) bleiben sollen??? ...

Nein, sollen sie sicher nicht. Ca von der 8. bis zur 16. Lebenswoche ist die Sozialisationsphase auf die Umwelt. Wolfs-/Hunde-Welpen verlassen die nähere Umgebung der Höhle nicht freiwillig, was letztendlich das Überleben der Wölfe sichert und erwachsene Hunde bei mangelhafter Sozialisation zu Problemhunden machen kann.
Der Hundewelpe reagiert in dieser Zeit i.d.R. mit Verweigerung (Mensch schleift den vermeintlich sturen Welpen an der Leine hinterher :nene:) oder Stress (Welpe beißt permanent in die Leine) auf den Versuch spazeren zu gehen.

Zitat

...DAs war ja so in etwa der Fall mit meinem geschilderten ersten Hund, Tschakka. 2. Beispiel: Eine Bekannte von mir hat vor nunmehr ca. 5 Jahren eine zu dem Zeitpunkt einjährige Strobelmixhündin aus einem Stall raus gekauft, den die Hündin, zusammen mit 2 Geschwistern, bis dahin so gut wie nie verlassen hatte,. Das ist heute ein erstaunlich guter und sicherer Hund, hätte aber genauso gut schief gehen können. ...

Denke, dass da noch viele andere Faktoren eine Rolle spielen, z.B. Erfahrungen mit Menschen, gute, schlechte oder überhaupt keine und die individuelle Konstitution.
Sehr wichtig ist es, dass Welpen in den ersten 8 Lebenswochen von Menschen berührt werden. Welpen, die in dieser Zeit nie in die Hand genommen wurden, können später zwar Vertrauen aufbauen zu einzelnen Menschen, bleiben aber zeitlebens im Umgang mit fremden Menschen ängstlich und schreckhaft.

Zitat

...Daher liebe vernünftige Prägung der Welpen, aber - kann man eigentlcih auchzu früh anfangen die WElpen diversen Umweltreizen auszusetzen? Grüße Christel

Dazu hat Susanne alles Wesentliche gesagt.
VG Heidi
Ein Hund hat die Seele eines Philosophen
Platon

fistel

Schüler

Beiträge: 143

Wohnort: daniel herter

Beruf: Tiger

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25

Sonntag, 9. Januar 2011, 19:05

Ich glaube hier passt ganz gut ein erster Erfahrungsbericht von meiner Tigerin.
Gerd hat mir schon oft erklärt, dasss gerade die AHs sich in nahezu jedem Alter "nachsozialisieren" lassen... in welchem Maße das zutrifft, hab`ich mir allerdings nicht vorstellen können bevor ich das letzte halbe Jahr die Tigerin beobachten konnte.
Als ich sie erworben hab`, war sie zwei Jahre alt, war noch nie Auto gefahren, nie ein Haus betreten, geschweige denn eine Treppe, kannte keinerlei andere Hunderassen oder war auch nur einmal nahe an einer Stadt.
Nach allem, was die Literatur über "Prägungs- und Sozialisierungsphasen" hergibt, ein hoffnungsloser Fall. Aber die meisten Schäfer die ich kenne stimmen darin überein, dass ein guter AH ein Jahr im Zwinger aufwachsen können muss und dann trotzdem absolut umweltsicher die Arbeit beginnen soll. Also einfach mal versucht und geschehen ist Folgendes:
Anfangs hat sie nach 3 Meter Autofahrt panisch gekotzt, lauthals geschriehen, als ich sie mit in den zweiten Stock nehmen musste, mit anderen Hunden konnte sie nichts anfangen, von Fremden wollte sie nicht angefasst werden und wenn, dann wurde geduckt erduldet, usw usw...
Selbstständig Treppen steigen konnte sie noch am selben Tag, entspannt Auto fahren nach nichtmal zwei Wochen. Fremde Menschen schiebt sie relativ respektlos seit ca 3 Monaten aus dem Weg und seit der selben Zeit fordert sie Fremde auch relativ aufdringlich zum Streicheln auf (wobei sie dabei aber dann anfangs absolut verspannt "genoss"). Das mit fremden Hunden hat etwas länger gedauert, hauptsächlich, weil bei den niederbayrischen Temperaturen weniger Hundegruppen zum Üben zu finden waren. Aber heute hat sie sich in einer Gruppe von 10 Hunden absolut entspannt und manchen gegenüber sogar penetrant verhalten (Nacken- und Keulengriff HRHR).
Die einzige Arbeit meinerseits bestand darin, sie neben mir herlaufen zu lassen und abzuwarten und ich bin sicher, dass ich ihr in Kürze auch die ersten Grenzen setzen muss.
Es deutet für mich vieles darauf hin, dass AHs anscheinend nicht im selben Maße an die oft beschriebenen Sozialisierungsphasen angewiesen sind, wie andere Hunde.
Dann wären bei der Welpenauswahl weniger die Kinderstube oder das Frühförderprogramm entscheidend, sondern in gaaaanz hohem Maße die Elterntiere.

Gruß
Daniel
Wer Rächtschreipfeler ,finden tut oder falschä kommas kan, sie behaltän!

Muecke

Anfänger

Beiträge: 50

Wohnort: Doris Roth

Beruf: Tiger

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26

Dienstag, 19. April 2011, 08:34

Guten Morgen,

meine Welpen habe ich mir immer nach folgenden Kriterien ausgesucht:
* gefallen mir die Elterntiere im Wesen und Charakter?
*(wie) arbeiten die Eltern?
*sind die Eltern gesund?
*wie wachsen die Welpen auf, sind sie gut sozialisiert, offen und freundlich?
* wird nur nach Bedarf gezüchtet und nicht "produziert?"

Bisher war es immer so, dass ich mir meinen Welpen nicht aussuchen konnte - nur sagen, den nehme ich oder den nehme ich nicht - weil die anderen Hündinnen immer schon vergeben waren oder es nur eine Hündin in dem Wurf gab. Bereuen musste ich es nie :D

Bei meiner Kleinen bin ich auch so vorgegangen: angerufen und den Hündinnenbesitzer mit Fragen ausgequetscht. Klang gut. Hingefahren, angesehen. Die Mutter war charakterlich so, wie es mir gefällt, die Welpen gesund, propper, aufgeweckt und gut sozialisiert. Die einzige noch freie Hündin gefiel mir...und jetzt lebt sie bei mir :-)

Deichgraf

Anfänger

Beiträge: 33

Wohnort: Der Graf

Beruf: Tiger

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27

Montag, 23. Mai 2011, 11:01

Ich finde, dieses Thema könnte auch einen Untertitel vertragen:

"Wie schätzt man sich selbst ein" :)

Wir haben bei unserem letzten Hund den quirligsten, dominantesten und frechsten Typen aus dem Wurf gewählt. Siehe da, er war in seiner Gesamtentwicklung auch ein echter "Alpha- Rüde" der seinen Kopf hatte und den auch versuchte mit Intensität durchzusetzen. Das ging bis zu Angriffen auf sein Rudel (Familie). Wir haben den Kerl in den Griff bekommen, haben aber manchmal danach gedacht: "hätten wir nicht lieber die schüchterne Kleine nehmen sollen?" Alles in Allem hat der Hund Spaß gemacht und wir hatten eine schöne Lebenszeit.

Bei unserem jetztigen Hund haben wir uns bewusst gegen die dominante und agilere Type entschieden. In der Beobachtung beim Spielen fiel auf, dass er zuerst beobachtet hat und dann in das Geschehen eingriff. Seine Schwester dagegen ist immer wild drauf los und hat die Action für sich gepachtet.

Wir haben uns selbst eingeschätzt, dass wir jetzt ein paar Jahre Älter geworden sind und lieber den ruhigeren und zurückhaltenderen Typen haben wollten. Wir sind froh über die Entscheidung. Die Rasse an sich ist schon eine Herausforderung, da muss man sich nicht noch das schwierigste Tier raussuchen. :)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Deichgraf« (23. Mai 2011, 11:02)


28

Mittwoch, 17. Mai 2017, 11:54

Ich finde das auch schwierig das bereits im Welpenalter zu erkennen, da die Hunde doch oftmals noch eine große Entwicklung durchlaufen. Viel hängt halt dann auch von der Erziehung etc. ab.

29

Montag, 22. Januar 2018, 10:31

Hallo :wink:

Es ist jetzt etwas OT, aber ich möchte diesbezüglich keinen neuen Thread eröffnen. Ich hoffe es geht in Ordnung.

Können in einem Wurf zwischen 2 verschiedenen Schlägen, unterschiedliche Welpen entstehen?
D.h. viele Farb- und Fellvarianten inklusive manche Stumper?

?( ?(



Spielt das Wissen, welcher Schlag bei seinem ausgesuchten Welpen mehr durchkommt, bei der Erziehung eine Rolle? Oder sind die "Besonderheiten" der AAH`s in jedem Schlag annähernd gleich?


Diese Fragen klingen vielleicht völlig bescheuert, aber irgendwie bin ich völlig verwirrt, worauf ich bei der Erziehung eines AAH`s besonders achten sollte ?(

30

Montag, 22. Januar 2018, 22:27

Es ist kein Problem, wenn ein Thema/eine Frage mal wieder "aufgewärmt" wird. Es gibt immer wieder neue Erkenntnisse und Meinungen.

Wenn man beispielsweise Fuchs mit Gelbbacke verpaart, dann kann es sein, daß die eine Hälfte Fuchswelpen sind, und die andere Hälfte Gelbbackenwelpen.
Stumper sind ja genetisch bedingt.

Unabhängig von den jeweiligen Schlägen ist es so, wie beim Menschen: jeder Altdeutsche hat seinen eigenen Charakter. Sich auf eine "schlagtypische Charaktereigenschaft" verlassen zu wollen, kann zu Überraschungen führen. Beispiel: aus dem Wurf meines Fuchses (mittlerweile 5,5 Jahre alt; Wurf mit 2 Hündinnen, 4 Rüden) gibt es einen Rüden, der als klassischer Familien-/Begleithund durchgeht (jagt nicht, leichtführig), 2 Rüden, die trotz Kastration nicht ruhiger geworden sind, und meinen, der unter Berücksichtigung der täglichen Konsequenz und Auslastung ("Kopfarbeit"!) zwar seine Macken hat, aber zu führen ist. Eine Hündin hat mal einem Fahrradfahrer am Hosenbein "gezupft", und ist dann in die Mühlen des "wesensauffälligen Hundes" geraten. Mit Wesenstest, erhöhter Hundesteuer, Veterinäramt etc. Die Macken seines Altdeutschen sollte man übrigens kennen(lernen). Das erspart dann ggf. Diskussionen mit Fahrradfahrern, Spaziergängern mit z. B. Kapuze (die laut Hund als Bedrohung identifiziert werden), Joggern...

Insofern empfehle ich Dir, die Tipps zur Haltung von Altdeutschen auf der Homepage (siehe z. B. "Top-10- Fragen"-Rubrik) zu berücksichtigen. Und zwar losgelöst vom Schlag. Damit fährst Du grundsätzlich ersteinmal gut, wenn Du diese Regeln dann auf Dich und Deinen Hund anpasst. Das "A und O" ist jedenfalls die tägliche Konsequenz, also die "Diskussionsbereitschaft" Deinem Hund jeden Tag zu erklären, dass die Regeln von gestern auch wieder heute gelten. Ausnahmslos. Und zwar bis zum sogenannten letzten Atemzug. Vergiß nicht, daß diese Hunde eigentlich für die Wanderschäferei gezüchtet werden, und im Rahmen ihrer Arbeit an der Herde entsprechend selbständig handeln sollen (sofern der Schäfer nichts anderes ansagt). Siehe hierzu auch unseren Buchtipp Michael Grewe "Hunde brauchen klare Grenzen" oder das Buch von Th. Baumann "Damit wir uns verstehen". Das ist natürlich keine Kaufempfehlung sondern nur ein Hinweis über die Bandbreite der Eigenschaften von Hunden und möglichen Wegen, dann auf den jeweiligen Charakter einzugehen.
Eine "1:1-übertragbare Erziehung" auszusprechen wäre nach meiner Erfahrung unseriös.
Es gilt nach meiner Erfahrung: Du mußt den Weg für ein harmonisches Zusammenleben finden. Nicht der Hund. Er erwartet von Dir, daß Du sagst, wo es lang geht. Wenn er für sich entscheiden muß, weil er von Dir keine Richtung vorgegeben bekommt, dann besteht die Gefahr, dass er selbständig handelt. Und dieses selbständige Handeln des Hundes mündet dann in den üblichen Problemen, die uns oft über unsere Homepage erreichen: Vermittlungsanfragen von angeblichen "Problemhunden" mit nur wenigen Monaten Lebensalter.

Altdeutsche sind anspruchsvoll. Deswegen lieben wir sie so. Sie fordern uns jeden Tag. Weil wir jeden Tag gefordert werden wollen. Das sollte man nicht vergessen.

31

Donnerstag, 25. Januar 2018, 09:32

Danke dir für die Infos :danke:
Ich war damals, als ich mir den Wurf angesehen habe (und auch heute noch)nur etwas irritiert....manche sahen aus wie Gelbbacken, manche wie Füchse und meine irgendwo zwischen drin ^^
Habe hier einen Link entdeckt mit Fotos. Wenn ich die Fotos vergleiche, dann passt das ja mit dem verschieden aussehenden Wurf. Dachte erst, wären zwei Würfe die einfach zusammen gehalten wurden ....

http://huetehundfotos.de/altdeutsche.html

Was die einzelnen Schläge angeht, wurde ich in einem anderem Forum ziemlich verunsichert....Schafpudel und Strobel wurden dort als "heftigste" deklariert :huh:


Ganz zu Anfang, bevor ich mich für Lesja entschieden habe, habe ich mir die "Top 10 Fragen" oft durch gelesen.... wichtig war mir der 10. Punkt, ob solche reinen Arbeitshunde auch etwas für mich mit "weniger Arbeit" geeignet wäre, also fernab von Schafen meine ich ^^ ....

Zitat

Das "A und O" ist jedenfalls die tägliche Konsequenz, also die "Diskussionsbereitschaft" Deinem Hund jeden Tag zu erklären, dass die Regeln von gestern auch wieder heute gelten. Ausnahmslos. Und zwar bis zum sogenannten letzten Atemzug.
Ja, das habe ich bemerkt und habe schon an mir gezweifelt, ob ich klar genug kommuniziere ;( Ich bemerke es nur an der gefühlten Zeit, wie lange wir die x- te Diskussion führen, das sie immer kürzer wird...manchmal reicht ein "Schluss" und Fingerschnippsen um die x-te Diskussion zu beenden.... aber je nachdem wie sie drauf ist, versucht sie mit mir auch mehrmals am Tag das x-te durch zu diskutieren.

In der Whg. ist das sehr oft.... sind wir draußen, gibt es selten bis gar keine Diskussion ?(