Arbeitsgemeinschaft zur Zucht
Altdeutscher Hütehunde

Bericht zum 7. Bundeshüten 2008 in Sachsen

19. January 2014

AAH-Landesverband Sachsen präsentiert sich als perfekter Gastgeber!

Hartmut Wöhlbier: Zu seinem 90. Leistungshüten die „Goldene Schäferschippe“ 

Wo soll man mit dem Schwärmen anfangen? Das Bundeshüten 2008 wird allen Teilnehmern und Besuchern noch lange als besonderer Glanzpunkt in Erinnerung bleiben!
Schäfermeister Andreas Kober, Vorsitzender des AAH- Landesverbandes Sachsen holte zu seinem 15jährigen Betriebsjubiläum und in seinem 50. Lebensjahr das Bundeshüten der AAH in seine Heimat. Unterstützt durch Frau Dr. Regina Walter vom Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband schafften A. Kober und seine Helfer perfekte Rahmenbedingungen für eine Veranstaltung ganz im Zeichen der Altdeutschen Hütehunde. In jedem Moment dieses Wochenendes machte sich die Unterstützung der Einwohner von Glasten bemerkbar, die ihren Schäfer und das Anliegen der AAH nach Kräften unterstützten.
Der Bürgermeister von Bad Lausick Josef Eisenmann hatte die Schirmherrschaft über die Veranstaltung, der Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes Wolfgang Vogel die Eröffnung übernommen. Der VDL- Vorsitzende Carl Lauenstein war wie in jedem Jahr bei der Siegerehrung dabei, um allen Teilnehmern seinen Glückwunsch auszusprechen.

 Bild vom Bundessieger Hartmut Wöhlbier mit Hunden.

Elf Hüter aus ebenso vielen Landesverbänden qualifizierten sich für das diesjährige 7. AAH-Bundeshüten. Nahmen am 1. AAH-Bundeshüten im Jahr 2000 noch je zwei Teilnehmer aus 6 Landesverbänden teil, kann die AAH sehr zufrieden sein mit der Entwicklung der Gründung neuer Landesverbände in den letzten Jahren.
Nachdem sich im letzten Jahr der Landesverband Bayern gegründet hatte, gehört seit diesem Jahr auch Mecklenburg-Vorpommern zum Kreis der AAH-Landesverbände. Leider musste ein Teilnehmer, Ralf Bauer, der sich im Landesverband Nordrhein-Westfalen qualifiziert hatte, seine Teilnahme wegen einer Erkrankung seines Haupthundes absagen.

Die Hüteleitung lag in diesem Jahr bei Hanno Franke vom Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband, als Hüterichter verfolgten Rolf Lückhof, Zuchtwart des Landesverbandes Rheinland-Pfalz und Bundeszuchtwart der AAH, Frank Kieslich vom Landesverband Sachsen und Andreas Hennig, Vorsitzender des Landesverbandes Thüringen, sehr aufmerksam jeden Hütedurchgang.
Unabhängig von der Platzierung, welche die Leistungshüter mit ihren Gespannen am Ende der Bewertung belegten, überzeugend war bei allen Teilnehmern die Qualität der geführten Hunde. Alle Schläge der Altdeutschen Hütehunde waren im Verlauf der Veranstaltung zu sehen, es wurden sowohl sehr junge Hunde mit knapp 2 Jahren eingesetzt, als auch echte „Hüteveteranen“ von 11 Jahren. Alle Hunde zeigten den gewünschten ausgeprägten Hütetrieb, große Selbstständigkeit, Arbeitswillen und sauberen Griff und überzeugten die Zuschauer ein um das andere Mal von der Qualität der Zuchtarbeit innerhalb der AAH.

Das Hütegelände war bestens vorbereitet und sehr übersichtlich, so dass die Zuschauer bequem das Geschehen verfolgen konnten. Die Herde aus 305 Merino-Landschafen war von der Schäferin Franziska Metzner sehr gut vorbereitet worden und folgte jedem Schäfer willig über den Parcours, egal welcher Schlag von Hunden sich auch an der Pferchöffnung zeigte.

Die Reihenfolge der Hüteteilnehmer am Samstag, den 20. September:
Vorhüten:  Franziska Metzner
1) Rolf Dreßler, Landesverband Sachsen
2) Jürgen Paulus, Landesverband Bayern
3) Herbert Schaible, Landesverband Baden Württemberg
4) Hartmut Wöhlbier, Landesverband Sachsen Anhalt
5) Frank Meyenberg, Landesverband Hessen
6) Bernd Angelrodt, Landesverband Thüringen

Reihenfolge am Sonntag, den 21. September:
7) Wilfried Vogel, Landesverband Brandenburg
8) Simone Müller, Landesverband Niedersachsen
9) Riko Nöller, Landesverband Mecklenburg Vorpommern
10) Jürgen Benner, Landesverband Rheinland Pfalz

Einen Schreck erlebten die Zuschauer gleich zu Beginn des Leistungshütens am Samstagmorgen, während der Hüter Rudolf Dreßler, Startnummer 1, mit seinem Gespann Gelbbacken gerade die Aufgabe „Wehren am Verkehr“ durchführte. Durch eine unglückliche Drehung rutschte der Haupthund unter das Vorderrad des vorüber fahrenden Autos. Das Hüten wurde sofort unterbrochen, die spätere tierärztliche Untersuchung des Hundes ergab glücklicherweise lediglich eine angebrochene Rippe, am nächsten Tag war dem Hund von dem Unfall bereits nichts mehr anzumerken. Wir drücken Herrn Dressler die Daumen, dass er bei einem nächsten Bundeshüten wieder dabei sein kann!

Erfreulich war die Leistung des Hüters aus Hessen, Frank Meyenberg, der im letzten Jahr beim Bundeshüten in Niedersachsen mit dem überschäumenden Arbeitseifer seines Gespanns zu kämpfen hatte. Der Haupthund zeigte sich wieder voller Hütetrieb, aber in gutem Gehorsam, war dabei sehr selbstständig und arbeitete mit sauberem Griff. Frank Meyenberg nutze die Gegebenheiten des Geländes gekonnt aus und erlangte mit 89,8 Punkten einen schönen dritten Platz in der Gesamtwertung.

Besonders glanzvoll war der Einstieg des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, dessen Vorsitzender Riko Nöller sich mit einem Gespann Mitteldeutscher Schwarzer qualifiziert hatte. Die Leistungsrichter erkannten Haupt- und Beihund je die volle Punktzahl für Hütetrieb und Wehren zu und auch in den übrigen Bewertungskriterien überzeugten die Hunde. Nöller zeigte insgesamt ein sehr sauberes, ruhiges Hüten und belegte am Ende einen wohlverdienten 2. Platz in der Gesamtwertung mit 91,0 Punkten, sein Beihund wurde als Bester in diesem Wettbewerb ausgezeichnet.    

Beeindruckend war der Durchgang von Hartmut Wöhlbier aus Sachsen-Anhalt, der mit seinem Gespann grauer Hütepudel zu seinem 90. Leistungshüten antrat. Seine Hunde überzeugten in allen Bereichen: Hütetrieb, Selbstständigkeit und Griff waren wie der Gehorsam sicher und gut ausgeprägt. Herde, Hund und Schäfer  meisterten die Aufgaben des Hüteparcours vorbildlich  und in harmonischem Einklang. Belohnt wurde diese Leistung mit 106,7 Punkten und dem 1. Platz. Die AAH gratuliert dem diesjährigen Gewinner von Herzen!

Pech hatte Jürgen Benner aus Rheinland-Pfalz, der die Startnummer 10 gezogen hatte. War am Samstag und Sonntag das Wetter noch ruhig gewesen, öffnete der Himmel zu Beginn des letzten Hütedurchganges seine Schleusen. Benner trat mit einem Gespann Hütepudel an, sein  Haupthund hatte an diesem Tag allerdings eine ganz eigene Auffassung davon, was er zu tun und zu lassen hatte. Auch der Arbeitseifer seines jungen Beihundes machte Benner das Hüten nicht leichter. So blieb er in der Punktewertung deutlich hinter den anderen Teilnehmern zurück, aber allen Zuschauern war klar, dass man Jürgen Benner mit diesem Beihund sicher nicht zum letzten Mal bei einem Bundeshüten gesehen hat.

Auf unseren Seiten finden Sie auch eine Tabelle mit den detaillierten Ergebnissen aller Hüteteilnehmern, Sie ist Teil des schon veröffentlichten Kurzberichtes zum Bundeshüten.

Die AAH dankt dem Landesverband Sachsen, dem Vorsitzenden Andreas Kober und seiner Familie, Frau Dr. Regina Walter vom Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband, sowie allen Helfern und Sponsoren für die Ausrichtung des 7. Bundeshütens. Im nächsten Jahr wird das Bundeshüten von der VDL in Thüringen veranstaltet werden. Die 8. Bundesmeisterschaft im Hüten mit Altdeutschen Hütehunden wird im Jahr 2010 stattfinden.

Susanne Zander
Schriftführerin des Bundesverbandes der AAH (e.V.)

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